Landwirtschaftsmaschine

Im Zuge der Mechanisierung erfuhren auch die Landwirtschaftsmaschinen eine Revolution.

Erleichterten die ersten Dreschmaschinen, betrieben durch die Muskelkraft von Mensch oder Tier, bereits das Arbeiten, so erfuhr die Landwirtschaft mit Erfindung des Verbrennungsmotors einen enormen Auftrieb. Ende des 19.Jahrhunderts und um die zweite Hälfte des 20.Jahrhunderts revolutionierten die sogenannten Lokomobile die Agrarwirtschaft. Noch angetrieben durch Dampferzeuger, wurden sie bald ersetzt durch motorbetriebene Zugmaschinen.

Diese stete Entwicklung ist erkennbar in der uns wohl am bekanntesten Landwirtschaftsmaschine, dem Traktor.

Durch Verwendung von kuppelbaren Riemenscheiben ist der Traktor heute sowohl Acker- und Zugmaschine, als auch Antriebsmotor zum Betrieb von Zusatzgeräten im stationären Zustand.

Die Ära der ersten Traktoren begann bereits um 1869, wobei diese Dampfmaschinen noch durch Pferde gezogen werden mussten. Siebzehn Jahre später baute die Firma Case die ersten selbstfahrenden Dampfzugmaschinen. Jedoch erst Henry Fords Traktor, entwickelt um 1917 gilt als Vorläufer seiner Generation, ausgestattet mit einem Vergasermotor entsprach er den Anforderungen und konnte in Serie produziert werden.

Betrachtet man anhand der Bewirtschaftung eines zwei Hektar großen Getreidefeldes den Einsatz von Landmaschinen, so ist der Fortschritt durch die Mechanisierung in der Landwirtschaft deutlich erkennbar.

Um 1910 bedurfte es ein Dutzend Menschen, welche einen ganzen Tag das Feld mähten und im Anschluss die Garben banden. Die Bearbeitung des Getreides mit dem Dreschflegel und das darauffolgende Trennen von Korn und Spreu, das sogenannte Worfeln, dauerte ebenfalls mehrere Stunden und der Körperkraft vieler Helfer.

Heute bearbeitet diese Fläche ein Mähdrescher in weniger als einer Stunde, wobei die Spreu direkt vom Korn getrennt und die Ballen sofort gepresst werden.

Viele Landwirtschaftsgeräte begleiten uns über Jahrzehnte, erfuhren aber im Zuge der Mechanisierung eine Neuauflage.

Die Ackerwalze-dient der Verdichtung von zu lockerem Ackerboden und der Zerkleinerung von zu groben Erdschollen. War die Walze früher aus Holz oder Stein und bedurfte in der Handhabung der Zugkraft von Tieren, so ist sie in der Moderne aus Eisen und häufig bereits selbstfahrend.
Die Ballenpresse-Heu,Stroh oder Grassilage werden zu Ballen gepresst und so platzsparend gelagert. Die Presse fand erstmalig um 1947 ihre Anwendung, erbaut von Allis-Chalmers. In der Weiterentwicklung und Mechanisierung schrieben 1972 von Vermeer Company Geschichte.
Der Düngerstreuer-er dosiert und sorgt für gleichmäßiges Ausbringen von körnigem Dünger. 1915 erste Patentanmeldung eines

Walzendüngerstreuers durch Heinrich Dreyer (Gründer vo AMAZONE Düngerstreuer). Nachteil: er war sehr schwer und teuer und somit nur für wenige, große Betriebe erschwinglich. Die weiterentwickelte Version ist für trockene und feuchte Dünger geeignet und durch entsprechende Produktion auch für Kleinbetriebe nicht mehr zu kostspielig. Es gibt sie als Anbaumaschine, Anhänger oder selbstfahrend.

Die Egge- sie bereitet den Boden auf das Saatgut vor und arbeitet dieses ein. Von der Egge als Handgerät, über Zugmaschine aus Holz, gezogen von Tieren, ist die Egge heute eine riesige Eisenkonstruktion in Form von Anhängern, welche aus der Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken ist.
Der Feldhäcksler-Aufnahme,Zerkleinern und Verladung von Erntegut. Erfunden wurde er um 1940 von Friedrich Segler. In seiner modernen Version, gilt heute die besondere Bedeutung bei der Ernte nachwachsender Rohstoffe.

Das Güllefass-verantwortlich für das Aufbringen von Gülle. Das typische Material im 18. Jahrhundert war auch hier Holz. Mit Hilfe von tierischer Zugkraft, erfolgte das Aufbringen der Gülle jedoch immer noch in erschwerlicher Handarbeit. Heute Fahren große Laster die Gülle mit separatem Anhänger, welcher mit einer Pumpvorrichtung ausgestattet ist.
Das Hopfenabreißgerät-ein Landwirtschaftsgerät zur Ernte von Hopfenreben. Früher erfolgte die Hopfenernte in langwieriger und schwerer Handarbeit. Heute werden mittels Hydraulikmotor die Reben samt Kletterhilfedraht abgerissen und in entsprechenden Behältern aufgefangen.

Die Kettensäge-eine Säge, welche durch einen Motor jedweder Art angetrieben wird. Das Grundprinzip wurde bereits 1830 durch den Arzt Bernhard Heine in Form seines Osteotoms vorgestellt. Hierbei handelte es sich um eine handbetriebene kleine Kettensäge, zum Durchtrennen von Knochen. Die erste benzinbetriebene Version fand 1920 in der Forstwirtschaft Anwendung.

Der Ladewagen-Ein Erntemaschine, welche mechanisch mit Erntegut beladen wird. Tatsächlich konnte um 1960 erstmalig im Ein-Mannbetrieb Erntegut beladen werden.

Die Melkmaschine-eine Vorrichtung zur Milchgewinnung bei Nutztieren. 1879 meldete Anna Corey Baldwin das erste Patent für eine Melkmaschine an. Im Verlauf erfolgte eine stete Revolution in der Produktion. Und seit dem 20. Jahrhundert sind die Melkanlagen überwiegend elektrifiziert.

Mit der Mechanisierung in der Landwirtschaft erfuhr auch die Industrialisierung einen enormen Aufschwung. Es entstanden Ballungsgebiete und die kleinen Landwirtschaftsbetriebe wurden immer weniger.

Auch heute spielt die Landwirtschaft eine große Rolle. Landwirte haben zum Teil riesige Flächen zu bearbeiten und immer weniger Angestellte. Es bedarf den Einsatz von modernster Technik, um den Naturgewalten und dem wachsenden Anspruch der Gesellschaft gerecht zu werden.

Doch auch im privaten Haushalt nimmt der Anbau von Obst und Gemüse, die Haltung von Kleintieren immer mehr zu.

Der Einsatz von Landwirtschaftsgeräten ist in jedem Fall unabdingbar und unterliegt einer steten Nachfrage. Modernste Technik und Innovation dienen dem Erhalt des ökologischen Gleichgewichtes.

Landwirtschaftsgeräte sind häufig so zeitlos und langlebig, das sie über Jahrzehnte bestehen und einen Austausch unter kleineren Betrieben möglich ist. Auch kleinere Haushalte haben die Möglichkeit, Maschinen und Geräte bei entsprechenden Anbietern auszuleihen. Diese sind sehr kompetent und erfahren in Handhabung und Wartung.

Die Herausforderung nach immer mehr und hochwertigerer Nahrung kann nur eine immer produktivere Landwirtschaft gerecht werden, welche alle Möglichkeiten zur Ertragssteigerung nutzt und dabei auf Nachhaltigkeit und den Umgang mit Ressourcen achtet.

(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)