Trinkwasserdesinfektion

Trinkwasserdesinfektion

Trinkwasserdesinfektion: Thermische und chemische Trinkwasserdesinfektion

Legionellen

Bei Legionellen handelt es sich um eine Bakterienart, die zu geringer Anzahl auf natürliche Weise im Wasser vorkommt. Doch in künstlichen Wassersystemen wie Leitungen können gute Bedingungen für die Verbreitung herrschen. Eine Infektion mit Legionellen kann schwere Krankheiten wie eine Lungenentzündung hervorrufen. Daher ist es ratsam bei Befall eine Trinkwasserdesinfektion durchzuführen.

Thermische Desinfektion

Da Legionellen ab einer Temperatur von 60°C abgetötet werden, wird vorschriftsgemäß das Wasser im Verteilungssystem bereits auf mindestens 60°C gebracht. Bei der thermischen Trinkwasserdesinfektion wird das Wasser auf mehr als 70°C erhitzt. Für mindestens drei Minuten fließt das heiße Wasser durch die Leitungen und tötet dadurch Legionellen und auch andere Bakterien ab. Damit ein Spülvorgang auch wirklich erfolgen kann, müssen die Wasser-Entnahmestellen geöffnet sein.

Aber bei beispielsweise verzinkten Stahlleitungen ist wegen des Korrosionsschutzes von dieser Desinfektionsmethode abzusehen. Außerdem ist die thermische Desinfektion nicht immer zu 100% erfolgreich. Restbestände der Bakterien oder Keime können zurückbleiben, weshalb es auch chemische Trinkwasserdesinfektionen gibt.

Chemische Desinfektion

Damit man einer erneuten Wiederverkeimung des Wassers in kurzer Zeit vorbeugen kann, wird die chemische Desinfektion über einen längeren Zeitraum von etwa zwei bis drei Wochen durchgeführt. Während dieser Zeit kann das Wasser bedenkenlos entnommen und verwendet werden. Denn eine Gefährdung der Gesundheit darf zu keinem Zeitpunkt gegeben sein. So eignet sich diese Methode der Trinkwasserdesinfektion auch in großen Häuserkomplexen.

Neben der Gesundheit sind auch die Wassersysteme zu schützen. Der in den Rohren verwendete Kunststoff und das Metall dürfen nicht beschädigt werden. Daher sind die chemischen Mittel aus Sicht des Menschen unbedenklich.

Damit die Anwendung trotzdem wirkt, greift sie den sogenannten Biofilm an. Dieser besteht aus Ablagerungen von beispielsweise Rost oder Kalk und dient den Bakterien als Schutz und Nährboden. Ist der Biofilm aber angegriffen und letztlich zerstört, ist es für die Viren, Keime und Bakterien deutlich schwerer, sich erneut anzusiedeln.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)