Teppich

Teppich

Allgemeines: Der Teppich

Als Teppiche bezeichnet man textile Flächengebilde, die entweder geknüpft, gewirkt, getuft oder gewebt werden. Teppiche gelten als die bekanntesten Kunstformen des Orients und sind heute in vielen Haushalten zu finden.

Ein Teppich hat maßgeblichen Einfluss auf das Raumgefühl und die optische Wirkung des Wohnbilds: Die Akustik wird besser, und der Wohnraum wird durch das Textil am Boden betont und dekoriert.

Geschichte und Herkunft des Teppichs

Die feinsten, kostbarsten und schönsten Teppiche kommen aus Persien aus dem Nahen Osten, wo sie seit Tausenden von Jahren geknüpft werden.
Bereits in den Anfängen der menschlichen Kultur wurden Flachgewebe, und damit auch Teppiche hergestellt. Das Flechtverfahren wurde angewandt, um bewegliches Material miteinander zu verbinden. Der in der Eremitage in St. Petersburg ausgestellte Pasyryk-Teppich gilt als der älteste in Knüpftechnik hergestellte Teppich der Welt. Er wurde schätzungsweise um 400 – 500 Jahre v. Chr. in Westasien gefertigt und ist demnach leider nicht vollständig erhalten. Die Lebensdauer eines Teppichs ist neben Pflege auch von regelmäßiger Teppichreinigung abhängig.

Tatsächlich gibt es lediglich wenige vollständig erhaltene Teppiche aus dem frühen 15. und 16. Jahrhundert, weswegen man in der Gesichte der Teppiche stark von bildlichen Überlieferungen abhängig ist. Die Architektur kennzeichnet dafür jedoch eine wichtige Informationsquelle. Die früheren Architekten aus dem Orient ließen sich offenbar verstärkt von Teppichen und ihren Mustern inspirieren, sodass sie die Mosaikmuster auf und in ihren Bauten nachahmten. Die sich dadurch entwickelnde Ornamentik konservierte die Muster daher in einer viel resistenteren Form für die Nachwelt. Auch durch verschiedene Gemälde, auf denen Knüpfkünste und Muster festgehalten wurden, ist es uns heutzutage möglich, die damalige Entwicklung und den Ursprung der osmanischen Teppichknüpferei zu rekonstruieren.

Unterschiedliche Arten von Teppichen und deren Fertigungsverfahren

Abhängig vom Format unterscheidet man zwischen Vorleger, Läufer und Brücken. Im 20. Jahrhundert entwickelte man zusätzlich den Teppichboden und die Teppichfliese. Orientalisch hochwertige Teppiche werden entweder gewirkt oder geknüpft. Wirkteppiche galten ursprünglich als Wandverkleidung. Sie bilden ein feines Gewebe, dessen Kette aus Leinen- oder auch Baumwollgarn durch einen eng angeschlagenen wollenen Schuss vollständig bedeckt wird, sodass sich ein rissartiger Stoff herausbildet. Der Teppich ist dadurch gekennzeichnet, dass er besonders flach ist und demnach keinen Flor bildet.

Geknüpfte Teppiche werden in der Regel auf einer Kette aus Baumwolle, Wolle oder Ziegen- und anderen Haaren (Nomadenteppiche) durch Einknüpfen von Flormaschen hergestellt, die Knoten um Knoten aufwändig über die volle Breite des Teppichs eingeknüpft werden. Nach erfolgreicher Fertigstellung des Teppichs wird der entstandene Flor mit einfachen Handscheren abgetrennt.
Heutzutage werden Teppiche überwiegend getuftet. Hierbei werden in ein Ursprungs-Grundgewebe mit Nadeln sehr dicht aneinander Fadenschlingen eingebracht. Diese werden anschließend aufgeschnitten. Dieses Herstellungsverfahren ist sehr viel preiswerter als das persische Knüpfverfahren, jedoch sind gestiftete Teppiche auch weniger lang haltbar als echte Webteppiche, deren Herstellung sich als deutlich aufwändiger gestaltet.

Wissenswertes

Der Clark Sickle-Leaf gilt als weltweit teuerster Teppich, der im Jahre 2013 für insgesamt 33,8 Mio. Dollar bei einer New Yorker Auktion ersteigert worden ist. Der Teppich ist ca. 2,67 x 1,96 m groß und ist gekennzeichnet durch eine roter Grundfarbe und blauem Rand und vor allem durch ein in Gold gehaltenes Muster. Umgerechnet zahlte der Käufer für jeden Quadratzentimeter damit ca. 500 Euro.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)