Systemische Therapie

Hinter körperlichen Symptomen ohne eine organische Ursache steckt oft eine kranke Seele.

Innerhalb eines Jahres erkrankt in Deutschland jeder dritte Erwachsene an einer psychischen Störung. Die häufigsten Diagnosen sind Angststörungen, effektive Störungen (Depressionen), Suchterkrankungen (Alkohol) und somatoforme Störungen. Somatoforme Störungen sind körperliche Beschwerden, die nicht auf eine organische Erkrankung zurückzuführen sind. Allgemeinsymptome, wie Erschöpfung, Schmerzsymptome, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magen-Darm-Beschwerden sowie sexuelle und pseudoneurologische Symptome sind die Folgen. Auch einige Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind psychisch krank. Zur Behandlung psychischer bzw. seelischer Beschwerden und interpersoneller Konflikte wird die Systemische Therapie, die in Deutschland seit 2008 anerkannt ist, eingesetzt. Ziel der Systemischen Therapie ist es, den Menschen als Teil eines komplexen Systems von Beziehungen und Randbedingungen zu sehen. Die psychische Störung ist Ausdruck eines gestörten Systems. Am Anfang lag der Schwerpunkt der Systemischen Therapie auf dem Geschehen in der Familie.

Ein effektives Psychotherapieverfahren

Die Entwicklung der systemischen Therapie, auch Systemische Familientherapie genannt, begann in den USA in der Zeit der Blüte der sogenannten humanistischen Psychologie. Die Systemische Therapie konzentriert sich bei der Behandlung der Probleme nicht nur auf den Betroffenen, sondern bezieht während der Therapie das gesamte Lebensumfeld ein. Erfahrungen zeigen, dass sich die Systemische Therapie als kostengünstiges und effektives Psychotherapieverfahren herausgestellt hat. Besonders wirksam und erfolgreich mit Langzeiteffekten zeigt sich die Systemische Therapie bei Störungen im Kindes- und Jugendalter. Besonders erfolgreich ist die Systemische Therapie bei Drogenmissbrauch, Essstörungen, Störung des Sozialverhaltens, jugendlicher Delinquenz und der Bewältigung von körperlichen Krankheiten.

Einzel- oder Gruppengespräche

Vor Beginn der Systemischen Therapie werden die Ziele vom Therapeuten gemeinsam mit den Betroffenen in den ersten Stunden der Sitzung überlegt und festgelegt. Diese Ziele werden im Laufe der Zeit immer wieder überprüft und wenn nötig geändert und angepasst. Die Therapiearbeit erfolgt je nach Problemstellung entweder in Einzel- oder Gruppengesprächen. Es wird dabei sowohl mit der Einzelperson gearbeitet, als auch mit dem gesamtem System oder Teilsystemen. Die Systemische Therapie ist aufgrund einer vergleichsweise geringen Sitzungszahl kostengünstig. Die Abbruchrate bei der Systemischen Therapie ist geringer als bei konventionellen Therapieformen.