Strabismus

In Europa ist ein großer Teil der Bevölkerung vom Strabismus betroffen. Unter Strabismus versteht man eine Augenmuskelgleichgewichtsstörung, die im Volksmund auch Schielen genannt wird. Die Veranlagung zum Strabismus ist vererbbar. Es gibt unterschiedliche physiologische Abweichungen von der Idealform, der Richtung von Gesichtslinien beim Betrachten bzw. der Fixation eines Objektes, die in der Regel nicht krankhaft sind, sondern nur ein Ausdruck der Normalvariante sind. Einige Schielformen sind als ernsthafte Erkrankungen mit schweren funktionellen Sehbehinderungen anzusehen. Solche Erkrankungen können angeboren sein oder auch durch einen Unfall oder im Zuge anderer Erkrankungen wie Schlaganfall oder Albinismus erworben werden.

Strabismus, das latente Schielen

Angeborenen Schielformen die im Kindesalter diagnostiziert werden, sollte möglichst früh und konsequent durch den Facharzt behandelt werden, um eine Verbesserung oder gar Heilung zu erzielen. Die Diagnostik und Therapie des Strabismus, der Fehlstellung beider Augen zueinander, sind in den augenheilkundlichen Spezialgebieten der Strabologie und Neuroophthalmologie angesiedelt. Die Fehlstellung der Augen ist mit verschiedenen Methoden relativ genau messbar und ergeben als Resultat einen oder mehrere sogenannter Schielwinkel. Zur Bestimmung des Strabismus sind die apparative und die Freiraum-Untersuchung gängig. Beim Strabismus wird in latentes und manifestes Schielen unterschieden. Das latente Schielen, auch verstecktes Schielen genannt, wird durch eine Augenmuskelgleichgewichtsstörung verursacht. Dieser Fehler kann durch das beidäugige Sehen kompensiert werden.

Strabismus, das manifeste Schielen

Bei der Form des manifesten Schielens spielt die Richtung der Schielabweichung die entscheidende Rolle. Die 4 Krankheitsformen Strabismus convergens, dem Einwärts- oder Innenschielen, dem Strabismus divergens, dem Auswärts- oder Außenschielen, dem Strabismus verticalis, dem Höhenschielen und dem Verrollungsschielen, Strabismus rotatorius genannt können in allen möglichen Kombinationen auftreten. Koordinationsstörungen dieser Fehlstellungen können durch Übermüdung. Stress, Krankheit oder Vergiftung besonders stark auftreten. Eine Therapie von Strabismus ist nicht erforderlich, wenn keine oder eventuell nur geringfügige Beschwerden vorliegen. In der Regel behandelt man Schielen durch konservative Methoden. Unter Umständen kann es jedoch ratsam sein, die Fehlstellung der Augen durch eine Operation zu korrigieren.