Schröpfen

körpertherapie, massageSchröpfen – eine der ältesten Heilmethoden

Schröpfen gehört zu den ältesten Ausleitungsverfahren. Bereits in der Antike wurden Wunden mit Hilfe eines Tierhornes ausgesaugt. Historisch belegbar ist die Verwendung von Schröpfköpfen 3300 v. Chr. in Mesopotamien.

Schröpfen macht sich die vernetzten Regelkreise des Körpers zunutze und regt den Körper zur Selbstheilung an. Die Methode wirkt nicht nur regulierend . Sie

  • regt den Zellstoffwechsel an
  • fördert die Durchblutung
  • verbessert die Mikrozirkulation von Blut und Lymphe im Gewebe
  • reguliert den Muskeltonus
  • aktiviert lokale Abwehrkräfte
  • wirkt regulativ auf Organe über kutoviszerale Reflexbahnen

Hilfreich gegen Schmerzen – kleine Gläser auf der Haut
Überwiegend wird diese Methode am Rücken durchgeführt. Geschröpft wird über gut tastbaren schmerzhaften Bereichen wie

  • Verhärtungen und Verspannungen
  • Gelosen und Myogelosen

Aber auch über Reflexzonen, die inneren Organe zugeordnet werden, lassen sich nach einem entsprechenden Palpationsbefund Schröpfköpfe aufsetzen. Bekannt ist das Schröpfen über Akupunkturpunkten aus der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Mit dem Schröpfkopf wird ein regional begrenzter Unterdruck auf der Körperoberfläche erzeugt. Ein Vakuum unter dem Glas saugt Haut und die darunter liegenden Strukturen an und erzeugt eine sanfte Dehnung des Bindegewebes und der Zellen. Die Durchblutung wird angeregt und führt zu einer Erwärmung des Hautareals.

Man unterscheidet zwischen

  • blutigem Schröpfen
  • unblutigem Schröpfen
  • Schröpfkopfmassage

Beim blutigen Schröpfen wird die Haut angestochen oder leicht eingeritzt. Durch den erzeugten Unterdruck entleert sich das Blut in den Schröpfkopf. Nach 5 – 10 Minuten ist die gewünschte Blutmenge abgeflossen und bringt Erleichterung bei Fülle-Syndromen oder stark schmerzhaften Verspannungen.

Für unblutiges Schröpfen werden Schröpfgläser bis zu 15 Minuten auf unverletzte Hautpartien aufgesetzt. Das hat einen anregenden und wärmenden Effekt.

Bei einer Schröpfkopfmassage werden Schröpfköpfe über die eingeölte Haut gezogen, bis diese sich leicht rötet. Auch hier werden Durchblutung und Lymphfluss angeregt.

Ein erfahrener Therapeut für Körpertherapie wird anhand der Diagnose auswählen, welche Methode am besten geeignet ist

Natürliche Schmerzlinderung durch Schröpfen
Schröpfen findet bei vielen schmerzhaften Beschwerden Anwendung:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates und rheumatische Beschwerden
  • Verspannungen im Schulter-Nackenbereich
  • Lumbalgien und Lumboischialgien
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Taubheitsgefühlen und Ameisenlaufen
  • Erkältungskrankheiten

Als Kontraindikation gilt die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)