Samenspender

samenspenderObwohl die Familiengründung nach Samenspende in Deutschland lange Zeit ein Tabu war boomt das Geschäft mit der künstlichen Befruchtung. Samenspender sind gefragter denn je. Eingefrorenes, auf Qualität getestetes Sperma anonymer Samenspenders kommt bei der Insemination, eine Methode der künstlichen Befruchtung zum Einsatz. Für diese Methode der künstlichen Befruchtung müssen vom Auftraggeber 3000,-€ aufgebracht werden.

Nach Berichten des Statistischen Bundesamtes bleiben in der BRD immer mehr Frauen ohne Kinder. Da die Kinderlosigkeit ein weltweites Problem ist, befasst sich die Wissenschaft intensiv mit den Gründen für dieses Phänomen. Im Osten Deutschlands gibt es deutlich weniger kinderlose Frauen als im Westen. Es wurde mittlerweile auch herausgefunden, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Kinderlosigkeit besteht. Kinderlosigkeit liegt auch sehr häufig an der Unfruchtbarkeit der Ehepaare. Für viele Paare, die sich sehnlichst den Wunsch endlich ein Kind zu haben erfüllen wollen, ist die Mitteilung, dass sie unfruchtbar sind ein untragbarer Zustand. Liegt die Unfruchtbarkeit nur am Mann, da er unter Azoospermie leidet, d.h. keine Spermien mehr produzieren kann, besteht für Paare die Möglichkeit, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, indem die Spermien der Samenspender zur Befruchtung genutzt werden. In den Fällen wo mehrere IVF/ ICSI-Versuche misslungen sind, wird die Heterologe Insemination als Befruchtungsmethode angewendet. Dieses Thema wurde lange Zeit tabuisiert. Inzwischen gibt es einen Trend zum offenen Umgang mit der Zeugung durch eine Samenspende und immer mehr Paare und alleinstehende Frauen lassen sich über eine solche Behandlung fachkundig beraten.

Um sich den Kinderwunsch ohne Partner zu erfüllen, wollen auch immer häufiger alleinstehende und lesbische Frauen die Methode der Heterologen Insemination anwenden, was aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland jedoch noch schwierig ist.

Samenspender in der Reproduktionsmedizin

Das Zusammenspiel vieler wichtiger Faktoren spielt bei der Fortpflanzung eine große Rolle. Samenspender müssen physisch, psychisch und sozial hohen Anforderungen gerecht werden, um als Kandidat in einer andrologischen Abteilung der Reproduktionsmedizin seinen Spermien gegen eine Aufwandsentschädigung abliefern zu können. Bestimmte Kriterien hinsichtlich Lebensweise, Ernährung, Erbgut und Gesundheit müssen erfüllt werden. Wer jung und gesund ist, kann nach einem AIDS –Test als Stammspender in Frage kommen. Personen mit Drogenkonsum, häufig wechselnden Sexualpartnern und starker Nikotin- oder Alkoholsucht sind von der Samenspende ausgeschlossen. Wer sich als Samenspender berufen fühlt, kann sich mittels Bewerbungsbogen bei einer Samenbank bewerben. Es müssen Auskunft über Alter, Größe und Beruf sowie die medizinische Vorgeschichte gegeben werden. Zum Ausschluss für diese Nebentätigkeit führen nur genetische Defekte oder Infektionskrankheiten wie HIV, Gelbsucht, Clamydien, Syphylis, Gonorrhö und Cytomegalie. Bei nahen Verwandten des Bewerbers dürfen keine Erkrankungen mit erblichen Komponenten wie Allergien, familiäre Störungen des Fettstoffwechsels, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit/Diabetes, Krampfanfälle, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder angeborene Nierenerkrankungen vorkommen. Angeborene Herzfehler und psychische Erkrankungen sowie Rheuma, Asthma und Schuppenflechte sollten auch nicht im familiären Umfeld in Erscheinung getreten sein. Vom Kandidat, der sich bewirbt, wird eine Spermaprobe hinsichtlich Qualität auf Mängel untersucht. Grundvoraussetzung um als Samenspender in Frage zu kommen, ist eine ausgezeichnete Spermienqualität. Das Sperma des Samenspenders muss überdurchschnittlich viele bewegliche und wohlgeformte Spermien enthalten. Der Prozess des Sperma-Tests kann die Zahl der befruchtungsfähigen Spermien verringern. Zum Abschluss folgt der persönliche Check mit Blutprobe und Abstrich der Harnröhre. Als Samenspender sind Akademiker eher gefragt als Personen mit geringer beruflicher Qualifikation. Von sieben Bewerbern ist nach eingehender Prüfung nur einer als Samenspender geeignet. Nur Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahre kommen als Samenspender in Frage.

Verdienst als Samenspender

Obwohl die Tätigkeit als Samenspender als ernstzunehmende, ehrenwerte und soziale Aufgabe im Dienste unserer Gesellschaft zu sehen ist, kann man durch dieses Engagement nicht reich werden. Pro Spende zahlen die Samenbanken normalerweise 50 bis 100 Euro. Angebot und Nachfrage bestimmen letztendlich aber die Preise. Die Samenspende macht es möglich, dass sich ungewollt kinderlose Paare endlich Hoffnung machen können, ihren Kinderwunsch erfüllen zu können. Die vom Samenspender erzeugten Spermien sind bei minus 196°C gekühlt nahezu unbegrenzt haltbar. Lediglich das Einfrieren darf nicht schockartig geschehen, da sich sonst Eiskristalle in der Zelle bilden können, die das Spermium beschädigen können.

Nach zwölf erfolgreich gezeugten Nachkommen hat der Samenspender seine Schuldigkeit getan. Auch wenn weitere Anforderungen an sein Sperma eintreffen, darf vom Samenspender kein weiteres Sperma benutzt werden. Nach deutschem Recht ist es möglich, dass die durch künstliche Befruchtung gezeugten Kinder irgendwann einmal ihren biologischen Vater kennenlernen dürfen, daher müssen die Unterlagen der künstlichen Befruchtung 30 Jahre lang aufgehoben werden.

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