Psychosomatische Grundversorgung

Die psychosomatische Grundversorgung stellt, ergänzend zur Fokussierung der Schulmedizin auf rein organische Ursachen, eine Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeit, im Falle von psychosomatischen Erscheinungsformen oder komplexen Krankheitsbildern durch den Hausarzt oder einen Facharzt dar. Dazu muss der Arzt eine entsprechende Zusatzausbildung laut den Fort- und Weiterbildungsrichtlinien der Bundesärztekammer absolvieren und abschliessen. Das Curriculum enthält Grundkenntnisse der Psychosomatik, der Psychopharmakatherapie, Grundlagen der verbalen Interventionstechniken und Entspannungsverfahren sowie Interventionsmöglichkeiten im Falle von Patienten in Lebenskrisen oder Suizidgefährdung. Ziel der psychosomatischen Grundversorgung ist die Wechselwirkung von körperlichen, sozialen und psychischen Zuständen zu erkennen und dem Patienten in Situationen von Lebenskrisen, Interventionsgespräche inklusive der Verordnung von Psychopharmaka oder Vorbereitungen zu einer Therapie bei einem Psychotherapeuten anbieten zu können. Dabei therapiert der Arzt, nicht nur anders als bisher, nur die körperliche Erkrankung des Patienten, sondern auch seinen geistig-seelischen Notstand. Wichtig ist, dass ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient hergestellt werden kann. Empathie, Geduld, Wertschätzung des Patienten und die Fähigkeit zuhören zu können sind dabei Bedingung.

Die psychosomatische Grundversorgung in der Praxis:

Behandlungsmöglichkeiten der psychosomatischen Grundversorgung bei akuten Lebenskrisen, sexuellen Störungen, Trauerfällen oder auch im Verlauf chronischer Krankheiten sind die Verbale Intervention oder bestimmte Anwendungen übender und suggestiver Intervention.

Verbale Intervention:

Durch das Einzelgespräch soll der Patient wieder Selbstwert erlangen und in die Lage versetzt werden seinen Bedürfnisse nach Nähe, sozialen Bindungen und einem autonomen selbstbestimmten Leben nachzukommen. Weiters können Ratschläge bezüglich zur Förderung der Gesundheit durch gesunde Ernährung, Bewegung und Stressvermeidung vermittelt werden.

Übende und suggestive Interventionen:

Hierzu zählt der Einsatz von Entspannungsübungen wie Yoga, Autogenes Training oder das Erlernen von Atemtechniken sowie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (Relaxationstherapie). Dies kann im Rahmen von Gruppentherapien, als auch in Einzeltherapien stattfinden. Dem Patienten wird die Wichtigkeit von Zeiten der Entspannung und Erholung klar gemacht und dazu ermutigt, wieder auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)