Plattenspieler

PlattenspielerEin Plattenspieler besteht – grob gesagt – aus vier Hauptbautkomponenten. Das Chassis nimmt Antriebseinheit (Riemen-, Direkt- oder Reibesystem), Plattenteller, Tonarm und Bedienungselemente auf. Der Tonarm ist über eine senkrechte Achse frei drehbar. Hinten trägt er ein Kontergewicht. Es soll das Gewicht des Tonabnehmerkopfs -vorne- ausgleichen. Bei abgesenktem Tonarm durchfährt die Nadel (mit Metall-, Saphir- oder Diamantspitze) des Tonabnehmersystems die Rille der rotierenden Schallplatte. Die Nadel übersetzt die unterschiedlichen Vertiefungen in analoge Signale und gibt sie über das System weiter zum Verstärker. Dort werden die Signale an die Lautsprecher weitergegeben und erklingen als Töne.

Geschichte

Edison erfand bereits die Methode, Schallwellen über das Eingravieren in Wachsrollen zu kopieren. Durch Abfahren der Rille mit einer Nadel konnte der Schall reproduziert werden. Um 1887 übertrug Emil Berliner die Methode auf die heutige Kombination von Schallplatte und Plattenspieler. Bis in die Spätfünfzigerjahre waren Schelläckkplaten gebräuchlich und wurden dann von Vynil abgelöst.

Plattenspieler heute

Grob unterteilt in drei Nutzergruppen:

High-End-Freaks werden einen hochpreisigen Player mit reduziertem Design und minimalen Funktionen besitzen. Der Purist legt Wert auf hochwertige Materialien wie Karbon, Titan und vergoldete Anschlussbuchsen. Man soll alles sehen, weshalb sich die Gehäuse meist auf das Verkleiden einzelnener Bauteile reduziert. Riemenantriebe sind wieder angesgt, da die Anlaufgeschwindigkeit hier bedeutungslos ist und die Plattenteller oft mehrere Kilo wiegen. Der Antriebsriemen läuft frei sichtbar und wird gestalterisches Element.
Plattenspieler und Schallülatte müssen „Mint“ (wie poliert) sein.

Der DJ wird zwei Turntables, über Mischpult verbunden, bespielen. Er braucht zum Scratching eine hohe Anlaufgeschwindigkeit und wird auf einen Direktantrieb, mit großem „Pitch“-Bereich (Plus-Minus Geschwindigkeitsregelung), setzen. Die zahlreichen DJ-Modelle haben einen Mini Spot der den Tonabnehmerbereich beleuchtet. Schalter mit Stopp-, Start-, Vor- und Rücklauffunktionen sind mittlerweile Standard.

Neueinsteiger bevorzugen Modelle die optisch und technisch den klassischen Modellen der Endsiebzigerjahre entsprechen. Einziger Unterschied ist die meistens vorhandene USB-Schnittstelle. So können Songs via Computer, in MP3s umgewandelt, archiviert und iPod-Tauglich gemacht werden. Selbst die großen Media-Märkte haben mittlerweile wieder kleine Vynil-Abteilungen. Der warme, leicht knisternde Klang, von Schallplatte und Plattenspieler erzeugt, ist einfach nicht mit der digitalen, cleanen Soundwelt zu vergleichen.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)