Kinderwunsch

kinderwunschUnfruchtbarkeit und damit die ungewollte Kinderlosigkeit ist ein weit verbreiteter Zustand, der weltweit Millionen Paare betrifft. Für potentielle Eltern hat die Nachricht, dass sie unfruchtbar sind, oft drastische Folgen für das weiter Leben in der Partnerschaft. In der Reproduktionsmedizin wurden mittlerweile Behandlungsmethoden entwickelt, die Paaren zum Kinderwunsch verhelfen können. Allein in Deutschland sind ca. 6 Millionen Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos. Mittlerweile gibt es auch alleinstehende Frauen, die den Wunsch hegen, ein Kind auszutragen, das durch eine Samenspende gezeugt wurde. Bei Paaren können die Ursachen für die Kinderlosigkeit sowohl beim Mann als auch bei der Frau begründet sein. Die Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit sind verschiedenster Art. Der Kinderwunsch von Paaren kann oft nur realisiert werden, wenn der Ehepartner der Frau als Samenspender fungiert und die Befruchtung durch eine der gängigen künstlichen Befruchtungsmethoden durchgeführt wird.

Oft gibt es bei beiden Partnern bezüglich der Fruchtbarkeit Probleme, daher ist es notwendig zu klären, ob bei der Frau im Moment der künstlichen Befruchtung eine gereifte Eizelle vorhanden sein wird und der Samen des Mannes in Ordnung ist. Mit Hilfe einer Samenanalyse wird der gespendete Samen des Mannes auf die mögliche Fruchtbarkeit untersucht. Nach Vorgaben der WHO sind zwei Proben zur anfänglichen Bewertung durchzuführen.

Bei einer Frau sind bei der Geburt etwa 500.000 Eizellen angelegt. Die Zahl der Eizellen nimmt im Laufe des Lebens kontinuierlich ab und der Kinderwunsch wird heutzutage oft aus beruflichen Gründen in der Lebensplanung nach hinten verlegt. Dieser Umstand kann als Grund für die Kinderlosigkeit angesehen werden, obwohl allgemein die Probleme im Hormonhaushalt, d.h. Störungen der Eizellenreifung oder eine Gelbkörperhormonschwäche als Hauptursachen für die Kinderlosigkeit gelten. Die Sterilität der Frau kann auch organische Ursachen haben wie z.B. ein Eileiterverschluss oder angeborene Fehlbildungen der Fortpflanzungsorgane wie Verwachsungen an der Gebärmutter. Oft liegt aber keine komplette Unfruchtbarkeit vor, sondern nur eine Fruchtbarkeitsstörung die durch Stress und seelische Probleme ausgelöst wurde.

Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung durch eine Samenspende

Beim Mann gibt es auch spezifische Ursachen die an der Unfruchtbarkeit beteiligt sein können. Neben der verminderten Spermienproduktion und der unzureichenden Spermienqualität kann auch eine Blockierung der Samenwege eine Befruchtung verhindern. Eine Hodenfehlfunktion, ausgelöst durch Mumps in der Pubertät oder wenn Hodeninfektionen vorgelegen haben, kann es zur verminderter Spermienqualität führen. Auch übermäßiger Alkoholgenuss und Medikamentenabusus, sowie Überhitzung (für eine normale Funktion der Hoden ist eine Temperatur von etwa 32° Celsius erforderlich), Unterkühlung und Durchblutungsstörungen der Hoden wirken sich negativ auf die Spermienproduktion, Spermienqualität und auf die wichtige Spermienbeweglichkeit aus. Um den Kinderwunsch zu realisieren, können mit der Samenspende des Mannes zur künstlichen Befruchtung folgende Methoden angewendet werden:

  • Der Embryotransfer, d.h. das Einsetzen eines durch extrakorporale Befruchtung erzeugten Embryos in die Gebärmutter der Frau.
  • Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). In diesem Falle werden die Spermien in die Eizelle eingespritzt.
  • Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) ist die Befruchtung im Reagenzglas
  • Bei der Insemisation wird der männliche samen in den Gentaltrakt der Frau übertragen.

Die Erfolgsquoten der angewendeten Methoden sind unterschiedlich. Bei der In-Vitro-Fertilisation liegt die Wahrscheinlichkeit bei knapp 30 %, während bei der Intracytoplasmatischen Insemisation (ICSI) nur 28% der Frauen nach einer Embryoübertragung schwanger werden. Inseminationen sind einfacher im Vorgehen, aber führen nur in circa 10 % der Behandlungen zu einer Schwangerschaft. Die Erfolgsrate ist allerdings sehr abhängig vom Alter der Frau und den Ursachen der Unfruchtbarkeit.

Wird eine Frau vor der Insemination mit Hormonen behandelt, erhöht dies die Chance auf eine Schwangerschaft deutlich. Eine große Rolle spielt die Qualität der Samenspende.

Die Wahrscheinlichkeit der Mehrlingsgeburten nimmt bei der künstlichen Befruchtung mit zunehmendem Alter der Mütter zu.

Kosten für künstliche Befruchtung durch die Samenspende

Je nach Voraussetzung werden Anteile der Kosten für die künstliche Befruchtung von den Krankenkassen übernommen. Gängige Voraussetzungen, die krankenversicherte Paare erfüllen müssen, damit sich die Krankenkassen an den Kosten einer künstlichen Befruchtung beteiligen sind:

  • Das Paar muss verheiratet sein.
  • Beide Partner müssen mindestens 25 Jahre alt sein.
  • Die Frau darf höchstens 40 Jahre alt sein.
  • Der Mann darf höchsten 50 Jahre alt sein.
  • Die Samenspende und die Eizelle müssen von den Ehepartnern stammen.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, bezahlt die Krankenkasse der Versicherten 50% der Kosten für die ärztliche Behandlung und die Medikamente. Die kinderlosen Eheleute müssen damit rechnen, dass die Krankenkassen nach einer gewissen Anzahl von erfolglosen Versuchen keine weiteren Behandlungen mit der jeweiligen Methode bezahlen.

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