Hochbeet

hochbeetDie Deutschen lieben ihren Garten als Rückzugsort nach den Anstrengungen des Arbeitstages und können auf eine lange Gartentradition zurückblicken. Besonders bei Großstadtbürgern, die in Mietwohnungen ohne Balkon oder Garten leben, ist die Nachfrage nach Grundstücken in Kleingartenanlagen sehr groß. Für viele Familien mit Kindern gibt es nichts schöneres, als die Freizeit mit einem Hauch an Romantik als Lauben-Pieper in Schrebergärten zu verbringen.

Zur Anregungen für die Gestaltung der Gartenstruktur, d.h. für das Anlegen der Beete und Gartenwege, sowie die Gestaltung der Einfriedung durch einen Gartenzaun und das Anlegen eines Gartenteichs gibt es für die Gartenfreaks eine Fülle von Literatur. Als maßgebliche Bereicherung für den Garten bieten sich Gartenbeete als Gestaltungselemente einer Gartenlandschaft an. Gartenliebhaber legen zur Nutzung nicht nur Flach-, Hügel- und Hangbeete an, sondern haben mittlerweile auch den Vorteil erkannt, zur Züchtung von Nutz- und Zierpflanzen ein Hochbeet zu nutzen.

Ein Hochbeet kann zur spannungsreichen Gliederung eines Gartens dienen und hat im Vergleich zu anderen Beetformen einige Vorteile. Das Hochbeet mit kompakter Struktur und individuell bestimmbarer Höhe ist speziell für Gartenfreunde geeignet, die aufgrund von Erkrankungen des Rückens nicht mehr in gebückter Haltung in Bodennähe das Beet bearbeiten können. Ein Hochbeet kann so beschaffen sein, dass auch problemlos Rollstuhlfahrer die Beetfläche problemlos bewirtschaften können.

Überlegungen vor dem Bau eines Hochbeets

Für das gute Gedeihen von Nutz- und Zierpflanzen ist weniger die Form des Beetes ausschlaggebend, sondern sind vielmehr Faktoren wie die Beschaffenheit und die Qualität des Bodens auf dem die Pflanzen wachsen von entscheidender Bedeutung. Vor der Anlage des Hochbeets muss sich der Kleingärtner genau überlegen, was geerntet werden soll. Ein Hochbeet ist nicht unbedingt günstiger als ein Flachbeet.

In stehender Haltung können im Hochbeet einige bestimmte Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken und Salate besser kultiviert werden, als z.B. Kartoffeln und Kohl. Das Bearbeiten des Bodens zwischen den Pflanzreihen mit Hacke oder Sauzahn ist im Flachbeet sicherlich mit weniger Aufwand verbunden. Das Flachbeet hat auch den Vorteil des tiefgründigen Bodens, der eine bessere Wachstumsgrundlage bietet als beispielsweise ein Hochbeet mit aufgeschichtetem minderwertiger Gartenerde.

Wer sich für ein Hochbeet entscheidet, muss sich in erster Linie Gedanken über den richtigen Standort machen, denn die Lage des Gartens und das Kleinklima sind für das Wachstum der Pflanzen maßgeblich. Auch die Wasserversorgung sowie die Möglichkeit der sachgerechten Pflege, d.h. Bodenlockerung und Pflanzenschutz müssen einkalkuliert werden.

Bei Hanggrundstücken bieten sich zur Anzucht von Nutzpflanzen Hochbeete besonders gut an, denn statt steiler Böschungen mit Flachbeeten, die schwer zu bearbeiten sind, entstehen leicht zu bearbeitende Hochbeete in Terrassenform. Die für den Nutzer in bequemer Höhe angelegte Arbeitshöhe erlaubt ein entspanntes Arbeiten am Hochbeet. Hochbeete haben den Vorteil, dass sie nicht nach einigen Jahren neu aufgebaut werden müssen.

Unterschiedliche Bauformen und Materialien für ein Hochbeet

Wenn der ideale Standort der zur Gestaltung eines Hochbeets gefunden ist, muss die Entscheidung getroffen werden, welche Form das Hochbeet haben soll. Die Auswahl des richtigen Materials ist im Hinblick auf die Haltbarkeit und Mobilität von Bedeutung. Die Art der Gestaltung und Ausdruck des individuell gestalteten Hochbeets hängt stark von der bevorzugten Stilrichtung und der künstlerischen Kreativität des Besitzers ab.

Ein Hochbeet kann aus Elementen, die aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen, gebaut werden. In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Bauanleitungen für die verschiedensten Hochbeet-Typen in runder, rechteckiger und quadratischer Form. Die gängigsten Materialien für den Hochbeet-Bau sind

  • Holz (unbehandeltes Palettenholz, Schaltafeln, imprägniertes Holz, Palisadenhaltbares Lerchenholz)
  • Naturstein (viel optisch ansprechende Gesteinsarten)
  • Beton (Schachtringe aus Beton nach DIN 4034 Teil2, Palisaden aus Beton, L-Steine)
  • Ziegeln und frostfreie Klinker
  • Metall (Draht-Geflecht, Mattenzaun-Elementen, Gabionen) und
  • Kunststoff (Kompositmaterial= Holz-Kunststoffverbundmaterial)

Aus diesen Materialien können nicht nur praktische, sondern auch attraktive Gestaltungselemente als Hochbeet erstellt werden.

Ein individuell gefertigtes Hochbeet ermöglicht, unabhängig von der Gartengröße und dem vorhandenen Boden schnell ein Erfolgserlebnis. Die Form, Länge, Höhe und Breite des Hochbeets ist vom Nutzerfrei wählbar und hängt lediglich von den örtlichen Verhältnissen ab.

Bezüglich Kreativität sind dem Gartenliebhaber keine Grenzen gesetzt. Ein Hochbeet sollte sich, egal ob selbst gebaut, fertig gekauft oder in Auftrag gegeben, immer an Stil und Material des Hauses und der Gartenstruktur orientieren.

Da ein frei aufgestelltes Hochbeet im Garten wie ein Kübel wirkt, müssen Material, Bauweise und Proportionen stimmen. Um der Verrottung entgegenzuwirken, sollte das Hochbeet auf einen verrottungsfesten Sockel gebaut werden. Damit Ein Hochbeet aus Holz länger dem Zerfall standhält, kann die Konstruktion auch mit Folien ausgekleidet werden, damit die Gartenerde keinen direkten Kontakt zum Holz hat.

Der Pflanzenschutz beim Hochbeet hält sich in Grenzen, da die erhöhte Anbaufläche für lästige Schädlinge wie Schnecken das Eindringen in die Gemüsekultur erschwert. Um das Eindringen von Nagern zu verhindern, sollte schon beim Bau vor dem Einfüllen des Erdsubstarts in das Hochbeet der Boden mit Maschendraht ausgekleidet werden. Gegen andere Schädlinge wie Bohnenläuse, Kohlweißlinge etc. hilft ein Schutzflies als Abdeckung.

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