Hämoriden

Hämorrhoiden sind eigentlich die ringförmigen, arteriovenösen Gefäßpolster unter der Enddarmschleimhaut, die den Feinverschluss des Afters regeln. Das bedeutet, diese Gefäße hat jeder Mensch auch ohne spezifisches Leiden. Dass ein Hämorrhoidenleiden landläufig als „Hämorrhoiden“, „Hämorriden“ oder auch „Hämoriden“ bezeichnet wird (alles übliche Schreibweisen), entspringt dem Volksmund.


Hämoriden und Hämorrhoidenleiden

Das Wort Hämorrhoiden bedeutet in der Übersetzung „fließendes Blut“, die alten Griechen erfanden den Begriff: altgriechisch haima (αἷμα) für Blut und rhein (ῥεῖν) für fließen. Die modernere Medizin im zweiten Jahrtausend übernahm zwar die Begrifflichkeit, die schon auf einen krankhaften Prozess hindeutet, denn nur aus dem After fließendes Blut kennzeichnet das Krankheitsbild. Jedoch erhielten im Verlaufe der letzten Jahrhunderte die entsprechenden (gesunden) Gefäßpolster selbst den medizinischen Fachbegriff als „Hämorrhoiden“, während der Volksmund quasi auf des Wortes Ursprung zurückkam und mit der lapidaren Bezeichnung Hämorrhoiden, Hämorriden oder Hämoriden wiederum die Krankheit meint. Diese drückt sich im wahrsten Sinne des Wortes in tiefer getretenen und/oder vergrößerten hämorrhoidalen Gefäßpolstern mit den entsprechenden Beschwerden aus: andauernde anale Blutungen, anales Nässen, Juckreiz und Stuhlschmieren. Für die Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (= Lehre von den Darm- und Analleiden) ist ein Hämorrhoidalleiden erst zu konstatieren, wenn die Hämorrhoiden vergrößert sind und dabei Beschwerden verursachen.

Wie schlimm sind Hämorrhoiden?

Hämoriden, Hämorriden oder Hämorrhoiden sind unangenehm, aber in den seltensten Fällen gefährlich. Sie treten in mittleren Lebensjahren (oft jenseits der 45 bis 50) in vier Stadien auf, sind nicht heilbar, können aber stark gelindert werden. Bei rechtzeitiger Behandlung und allgemeiner Therapie lässt sich das Fortschreiten der Krankheit stark aufhalten, darauf sollten Betroffene unbedingt setzen. Sie (die Betroffenen) stehen sich allerdings auf zweierlei Weise selbst im Weg: Einerseits verschweigen sie verschämt das Leiden und suchen erst viel zu spät – wenn überhaupt – einen Arzt auf. Andererseits stellen sie sich ohne Mitwirkung eines Mediziners selbst die Diagnose eines Hämorrhoidalleidens, die stimmen kann oder nicht. Das kann insofern prekär sein, als dass ganz andere Darmerkrankungen teilweise ähnliche Beschwerden verursachen, vor allem das Ausbluten aus dem After, jedoch wesentlich gefährlicher sind – etwa der Enddarmkrebs, der unbehandelt unweigerlich tödlich endet. Sollten nun Betroffene bei sich „Hämoriden“ bemerken wollen, damit auch recht haben und ihre Ernährung und sonstige Gewohnheiten umstellen, so ist das nicht weiter schlimm, denn die empfohlene, ballastreiche Ernährung, das viele Trinken und der Sport schaden auch einem kerngesunden Körper nicht. Wer allerdings einen Tumor mit einem Hämorrhoidalleiden verwechselt und wegen der vermeintlich harmlosen Hämorriden nicht zum Arzt geht, bringt sich wahrscheinlich um