Finanzderivate

finanzderivateGeldanlage in Zeiten von Niedrigzinsen ist für Investoren kein Vergnügen. Der durch die EZB festgelegte Leitzins ist zurzeit so tief wie noch nie. Viele der klassischen Sparformen funktionieren nicht mehr und werfen kaum Rendite ab. Millionen private und gewerbliche Investoren überlegen daher, wie das zur Verfügung stehende Anlagekapital möglichst gewinnbringend angelegt wird. Wer sich in aller Bescheidenheit mit dem mageren Zinssatz eines Tagesgeld- oder Festgeldkontos begnügt, verliert Jahr für Jahr durch die Inflation einen Teil seines Kapitals. Solide Bundesanleihen und Zinspapiere von Unternehmen liefern zu niedrige Renditen. Angesichts dieser Situation, in der Kreativität gefordert ist, schielen immer mehr Sparer und Kapitalanleger auf die Anlage in Finanzderivate mit hohen Renditemöglichkeiten.

Das Bruttogeldvermögen der Kapitalanleger hat weltweit ein Allzeithoch erreicht. Das Nettogeldvermögen, bei dem Schulden und Verbindlichkeiten abgezogen werden stieg in den letzten Jahren ebenfalls auf ein Rekordniveau. Obwohl die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird, nimmt auch die Zahl der Menschen der mittleren Vermögensgruppe zu, die in der Lage sind Kapital anzulegen. Besonders Privatanleger halten das Handwerk der Geldanlage in Finanzderivate für zu kompliziert. Binäre Optionen haben sich in der letzten Zeit als beliebte Handelsstrategie für den Privatanleger entwickelt. Wer sich für binäre Optionen zur Geldanlage interessiert, findet mehr dazu auf http://www.binoptpoint.de/lexikon/a-h/binaere-option/. Zu den verbreiteten Formen der Finanzderivate zählen Optionen und Terminkontrakte. Die binäre Option ist ein Finanzderivat, das zu den exotischen Optionen zählt und der Kategorie der Termingeschäfte zugeordnet werden kann. Der Anleger spekuliert auf steigende oder fallende Kurse von Vermögenswerten, wie beispielsweise Rohstoffe, Aktien, Indexe oder Währungen.

Was sind Finanzderivate

Zu dem vermutlich am schnellsten wachsenden und sich stetig veränderndem Segment des modernen Finanzwesens zählen Finanzderivate. Unter einem Finanzderivat bzw. einem derivativen Finanzinstrument versteht man eine Anlageform, die von einfachen direkten Finanzanlagen abgeleitet worden ist. Finanzderivate schaffen auf der Basis von bestehenden Wertpapieren oder Krediten zusätzliche Handels- und Spekulationsmöglichkeiten. Der Wert der Derivate hängt also von den künftigen Kursen oder Preisen der Handelsgüter, Vermögensgegenstände oder anderen von marktbezogenen Referenzgrößen wie Zinssatz oder Indices ab. Der Trader bzw. der Anleger geht mit Finanzderivaten im Prinzip eine Finanzwette ein.

Der Finanzmarkt bietet eine Vielzahl von Finanzderivaten an. Im Vordergrund stehen CDFs, Zinstermingeschäfte, Optionen, Futures und Zertifikate.

Der Begriff Derivat lässt sich allerdings nicht genau abgrenzen. Ein Finanzderivat liegt vor, wenn der betreffende Wert des Finanzinstruments in Abhängigkeit von einem oder mehreren Basiswerten schwankt und im Vergleich zu anderen Vertragsformen keine oder nur eine geringe Anfangsinvestition erfordert. Außerdem ist Voraussetzung, dass das Derivat in der Zukunft abgewickelt bzw. erfüllt wird.

Durch falsche Strategie mit Finanzderivaten droht Totalverlust

Obwohl die Komplexität und das große Angebot von Finanzderivaten den deutschen Anlegern zu schaffen macht, können die Sparer durch Unterstützung seriöser Anlageberater mit der richtigen Anlagestrategie akzeptable Renditen erzielen. Finanzzertifikate z.B., allseits bekannte Finanzderivate werden in den unterschiedlichsten Ausführungen von Banken angeboten. Rechtlich gesehen handelt es sich um Schuldverschreibungen. Die Rückzahlung der meist zeitlich befristeten Zertifikate hängt von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten an. Der Investor hat bei diesen Produkten also das Risiko des Totalausfalls.

Das Risiko des Totalausfalls haben Anleger im September 2008 mit Finanzderivaten der US-Investment-Bank Lehmann Brothers erlebt. Anleger mussten erfahren, dass sie ihr Geld verloren hatten. Kapital, das in Zertifikate investiert wurde, die von der Lehman Bank herausgegeben wurden, war durch die Pleite der Bank wertlos. Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen, was bedeutet, dass im Pleitefall des Emittenten- anders als bei Sparanlagen, Tages-oder Festgeldeinlagen- der Einlagensicherungsfond für den Verlust nicht gerade steht. Zertifikate, auch wenn sie von den Anlageberatern als „Garantiezertifikate“ beworben werden, können sich auch als Mogelpackungen entpuppen.

Finanzderivate sind für den Anleger weniger zum Vermögensaufbau geeignet, da hierfür preiswertere, sichere Instrumente im Finanzmarkt angeboten werden.

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