EHEC

Eine Mikrobe namens EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) versetzte Forscher und Gesundheitsbehörden im Frühsommer 2011 in Alarm¬bereitschaft. Die EHEC- Infektion verursacht bei den Infizierten das Hämolytisch Urämisches Syndrom (HUS). Der Erreger kann lebensbedrohliche Darment¬zündungen mit blutigen Durchfällen und Nierenversagen hervorrufen. Als Auslöser dieser Epidemie wurde ägyptischer Bockshornkleesamen verantwortlich gemacht, obwohl es dafür keinen einzigen Tatsachenbeleg gibt. Bis Ende Juli 2011 waren insgesamt 2.987 Fälle von EHEC-Gastroenteritis und 855 Erkrankungen an dem schweren hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) zu verzeichnen. 53 Menschen starben an ihren Erkrankungen. Auslöser der Epidemie war der vorher kaum auffällige E.coli-Stamm EHEC O104:H4, der gegen Magensäure und Antibiotika weitgehend resistent ist.

EHEC, genetische Veränderung

Durch genetische Veränderung des harmlosen Stäbchenbakteriums Escherichi coli wird es zu einem Krankheitsverursacher. Die enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) produziert Toxine, hemmt die Zellwand und tötet die Zellen ab. EHEC kann schwerste Krankheitsbilder, vor allem bei älteren Menschen und Kleinkindern hervorrufen. Von der Infektion bis zum Auftreten des Krankheitsbildes, der Inkubationszeit, vergehen in der Regel nur ein paar Tage. Die Übertragung der EHEC-Bakterien ist schon bei einem Händedruck oder der Berührung von Oberflächen möglich. Auch Menschen werden infiziert, wenn sie durch erkrankte Menschen angefasst werden. Die Symptome einer EHEC-Infektion umfassen ein breites Spektrum und reichen von Übelkeit, Erbrechen, blutigem Durchfall, verbunden mit Bauchkrämpfen bis hin zu wässrigem Stuhlgang und Fieber. Die schlimmste Verlaufsform der Infektion, das Hämolytisch Urämisches Syndrom (HUS), kann ein akutes Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall von Blutplättchen und roten Blutkörperchen zur Folge haben. Hautblutungen und neurologische Störungen sind eine weitere Variante.

EHEC, Meldefrist

Bei Erkrankung durch EHEC kann eine antibakterielle Therapie nicht empfohlen werden und Durchfall hemmende Mittel sollten auch nicht angewendet werden, da die Bakterienausscheidung unter Umständen dadurch verlängert werden kann. Bei schweren Krankheitsbildern ist intensive medizinische Therapie, wie etwa eine Dialysebehandlung, notwendig. Zur Eindämmung von EHEC-Epidemien müssen die Meldefristen für Erkrankungen an dem von EHEC ausgelösten HU-Syndrom erheblich verkürzt werden.